Wie hilft TCM bei Schlafstörungen
- Sandra Dünki

- vor 6 Tagen
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Schlafstörungen gehören zu den häufigsten Beschwerden, die mir Patientinnen und Patienten in meiner Praxis schildern. Schwierigkeiten beim Einschlafen, häufiges Aufwachen, unruhige Träume oder das typische Erwachen zwischen 2 und 4 Uhr morgens – all das kennt die Traditionelle Chinesische Medizin sehr gut. Und vor allem: Sie hat Antworten darauf.
Was sagt die TCM über Schlaf?
In der westlichen Medizin wird Schlaf oft als rein neurobiologischer Vorgang betrachtet. Die TCM sieht es ganzheitlicher: Schlaf ist Ausdruck des Gleichgewichts zwischen Yin und Yang im Körper. Tagsüber dominiert das Yang – Aktivität, Wärme, Bewegung. Nachts zieht sich das Yang zurück, das Yin entfaltet sich, und der Körper kommt zur Ruhe.
Wenn dieser Übergang nicht gelingt, sprechen wir von einem Ungleichgewicht. Das Herzblut nährt in der TCM den Shen – den Geist, das Bewusstsein. Ist dieses «Blut des Herzens» geschwächt oder gestört, findet der Shen keinen Ruhepol und das Einschlafen wird schwierig. Man wälzt Gedanken, grübelt, liegt wach.

Warum wache ich immer um dieselbe Uhrzeit auf?
In der TCM ist diese Frage besonders interessant. Die Organuhr – ein zentrales Konzept – beschreibt, wie der Qi-Fluss im Körper im Tagesverlauf durch verschiedene Organe «wandert». Jedes Organ hat seine Hochphase von zwei Stunden, aber auch eine Tiefphase zwölf Stunden später.
Wenn man regelmässig zwischen 1 und 3 Uhr aufwacht, liegt dies in der Hochphase der Leber. Ein Hinweis auf Leber-Qi-Stagnation, oft durch anhaltenden Stress, unterdrückte Emotionen oder zu viel Druck. Zwischen 3 und 5 Uhr ist die Lunge aktiv – hier können Trauer oder unverarbeitete Gefühle eine Rolle spielen.
Häufige TCM-Muster bei Schlafstörungen
Herz-Blut-Mangel – Einschlafschwierigkeiten, Herzklopfen, Angst, Schwindel, Müdigkeit,
blasses Gesicht.
Nieren-Yin-Mangel – Nachtschweiß, Hitzegefühl in Händen und Füssen, Tinnitus, Schwindel.
Leber-Qi-Stagnation – Aufwachen zur Leber-Zeit (1 - 3 Uhr), Stress, angestauter Ärger, Verspannungen.
Magen-Hitze – Unruhiger Schlaf nach schweren Mahlzeiten, Völlegefühl, Sodbrennen.
Was kann die TCM konkret tun?
Zunächst schaue ich genau hin: Haben Sie Ein- oder Durchschlafstörungen? Träumen Sie?
Wie fühlen Sie sich morgens? Gibt es Begleitsymptome wie Herzrasen, Schwitzen, Tinnitus oder Verdauungsbeschwerden? Puls und Zunge geben mir zusätzlich wertvolle Hinweise auf das zugrunde liegende Ungleichgewicht.
In der Behandlung setze ich auf mehrere bewährte Methoden: Akupunktur oder Akupressur, Kräutertherapie, Tuina-Massage und Ernährungsanpassungen.
Akupunktur beruhigt den Geist, stärkt Herz und Niere und löst Qi-Stagnationen. Ergänzend dazu empfehle ich westliche Heilpflanzen, von der Wirkung individuell auf Ihr Muster abgestimmt. Über die Ernährung lässt sich Yin fördern und das Herzblut nähren – beides zentral für einen ruhigen Schlaf. Und wer abends sanfte Qi-Gong-Übungen in seinen Alltag integriert, gibt Körper und Geist die Möglichkeit rechtzeitig zur Ruhe zu kommen.
Tipp zur Selbstbehandlung

Der Akupunkturpunkt Herz 7 («Shenmen») liegt auf der Handgelenkinnenseite beim kleinen Finger. Sanfter Daumendruck für 1–2 Minuten vor dem Einschlafen wirkt beruhigend auf Geist und Nervensystem.

Der Akupunkturpunkt Yin-Tang-Punkt (zwischen den Augenbrauen) kann ebenfalls gedrückt werden, um den Körper und Geist schlafbereit zu machen.
Bei der Ernährung empfehle ich ein leichtes Abendessen sowie den Verzicht auf Koffein und Alkohol in den Abendstunden. Im Lebensstil kann die Einführung beruhigender Abendrituale wie einer Tasse Kräutertee z. B. Orangenblüten, Lavendelblüten, Erdbeerblätter, Melissenblätter zu gleichen Teilen) oder Goldmohn/Escholzia californica Tinktur - 40 Tropfen mit wenig Wasser am Abend einnehmen. Entspannungsmethoden wie Meditation, Qi Gong oder Atemübungen tragen zusätzlich dazu bei, Stress abzubauen und innere Unruhe oder Grübeleien zu reduzieren.
Ich freue mich, gemeinsam mit Ihnen einen Weg zu einem erholsamen Schlaf zu finden.
Sandra Dünki, eidg. dipl. Naturheilpraktikerin TCM




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